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Beschreibung des Projekts:

Die Deponie „Tuningen“ des Schwarzwald-Baar-Kreises wur­de bis 1997 mit Hausmüll, Gewerbemüll, Erdaushub und Bauschutt ver­füllt. Die Deponie ver­fügt in wei­ten Bereichen über eine mine­ra­li­sche Basisabdichtung. Sie ist geo­lo­gisch sehr güns­tig auf bis zu 60 – 70 m Opalinuston gegrün­det. Die Ablagerungsfläche der Deponie beträgt ca. 15,5 ha bei einem Volumen von ca. 2,9 Mio. m³. Wesentliche Teilflächen der Deponie sind mit einer mine­ra­li­schen Abdeckung ver­se­hen, wel­che bereits rekul­ti­viert sind (Bild 2). Zur Minimierung der Sickerwassermengen soll­te auf einer nicht rekul­ti­vier­ten Teilfläche von knapp 7,0 ha eine Kombinationsabdichtung auf­ge­bracht wer­den. Auf die­ser Teilfläche steht auch eine PV-Anlage, deren Betrieb mög­lichst wenig beschränkt wer­den soll (sie­he Bild 1). Die Kombinationsabdichtung besteht aus der bereits vor­han­de­nen mine­ra­li­schen Abdichtung/Abdeckung (Mindeststärke von 0,5 m) und der zusätz­lich auf­zu­brin­gen­den Kunststoffdichtungsbahn. Zwischen der vor­han­de­nen mine­ra­li­schen Abdichtung und der neu­en Kunststoffdichtungsbahn wird das vor­han­de­ne Gelände mit DK I‑Materialien pro­fi­liert. Insgesamt wer­den in die­sem Abschnitt 200.000 t Profilierungs- und 240.000 t Rekultivierungsmaterial auf­ge­bracht. Durch hohe Rückvergütungen der Ersatzbaustoffe mit einer Belastung bis DK I erge­ben sich für den Auftraggeber rela­tiv gerin­ge Baukosten. Infolge der gerin­gen Baukosten kam es zur Auftragserweiterung und es ist vor­ge­se­hen eine wei­te­re Teilfläche von ca. 4,5 ha eben­falls mit einer Kunststoffdichtungsbahn abzu­dich­ten. Auch hier wer­den ca. 200.000 t Ersatzbaustoffe mit einer Belastung bis maxi­mal DK I eingebaut.
Durch die Profilierung der Deponie wer­den ein­heit­li­che Gefällsverhältnisse her­ge­stellt. Die Böschungsneigungen lie­gen zwi­schen 1:4,5 und 1: 3. Die maxi­ma­le Böschungslänge beträgt ca. 220 m.

Bauzeit: 2009 — 2015

Projektwert: ca. 10,0 Mio. €
Rückvergütung: ca. 6,2 Mio. €
Effektive Kosten: ca. 3,8 Mio. €

Im Rahmen der Profilierung der Deponie wird das Entgasungssystem und das Deponieentwässerungssystem an die neu­en Randbedingungen ange­passt. Das vor­han­de­ne hori­zon­ta­le Entgasungssystem wird auf­ge­ge­ben und die vor­han­de­nen Gasbrunnen wer­den in das neue Abdichtungssystem inte­griert. Alle Gasleitungen sind neu zu ver­le­gen und an die vor­han­de­nen Gasunterstationen anzu­schlie­ßen. Der Sickerwasserschacht in der Deponie ist um 7,0 m auf eine Endhöhe von 34 m zu erhö­hen (sie­he Bild 3).
Parallel zu den Profilierungs- und Abdichtungsarbeiten wer­den die Tiefendrainageleitung DN 600 die unter­halb der Deponiebasis ver­läuft saniert. Diese Leitung wird mit Kies ver­bla­sen um sie vor dem lang­fris­tig zu erwar­ten­den Einsturz zu sichern. Die Leitung weist eine Länge von 650 m auf und ist nur von 2 Seiten aus zugänglich.

Durch ICP ausgeführte Leistungen:

Vor‑, Entwurfs‑, Genehmigungsplanung, Ausführungsplanung, Erstellung der Ausschreibungsunterlagen und Mitwirkung bei Vergabe an den wirt­schaft­lichs­ten Bieter, Durchführung der Oberbauleitung
und Dokumentation

Folgende Leistungen wur­den noch zusätz­lich ausgeführt:
Variantenstudie zur Stilllegung der Deponie, Qualitätssicherungsplan, Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan, SiGeKo, Variantenstudie zur Abdichtung der gesam­ten Deponie

Die Ingenieurleistungen wur­den in der Zone III unten nach HOAI eingestuft.

Auftraggeber:
Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis Am Hoptbühl 2, 78048 Villingen-Schwennigen
Ansprechpartner: Herr v. Nell; Telefon-Nr. (07721) 9137332, email: c.​vonnell@​lrasbk.​de