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Beschreibung des Projekts:

Die Depo­nie „Itters­bach“ des Land­krei­ses Karls­ru­he wur­de von 2004 bis 2007 nach abschlie­ßen­der Pro­fi­lie­rung mit einem nach TASi gleich­wer­ti­gen Ober­flä­chen­ab­dich­tungs­sys­tem abge­dich­tet.
Bei der Depo­nie Itters­bach han­delt es sich um eine Hügel­de­po­nie mit einer Flä­che von ca. 9,5 ha. Die maxi­ma­le Auf­hö­hung in der Depo­nie­mit­te beträgt ca. 22 m. Die Böschungs­nei­gun­gen zum Rand liegt i. d. R zwi­schen 1:4 und 1:3,2; im Steil­be­reich an der Nord­ost­bö­schung knapp unter 1:3. Auf der Depo­nie wur­den in den Jah­ren 1999 bis 2003 ca. 330.000 t Pro­fi­lie­rungs­ma­te­ri­al zur Her­stel­lung von ein­heit­li­chen defi­nier­ten Gefäl­le­ver­hält­nis­sen ein­ge­baut.
Das in den Jah­ren 2004 bis 2007 auf­ge­brach­te Dich­tungs­sys­tem besteht aus Gas­drain­schicht aus Gleis­schot­ter d=0,3 m, TRISO­PLAST® Schicht d > 7,0 cm, Kunst­stoff­dich­tungs­bahn mit BAM-Zulas­sung 2,5 mm, Schutzvlies 800 g/m², Ober­flä­chen­drai­na­ge aus Schmelz­kam­mer­gra­nu­lat d= 0,3 m Geo­tex­til und Rekul­ti­vie­rungs­bo­den d= 2,0 m.
Die Rekul­ti­vie­rungs­schicht der Depo­nie Itters­bach besteht zum über­wie­gen­den Teil aus auf der benach­bar­ten Erd­de­po­nie Itters­bach abge­la­ger­tem stand­ort­na­hen Boden­ma­te­ria­li­en. Zur Her­stel­lung der Rekul­ti­vie­rungs­schicht wur­de die vor­han­de­ne Erd­de­po­nie teil­wei­se rück­ge­baut. Dazu wur­de die Eig­nung der Mate­ria­li­en der Erd­de­po­nie im Vor­feld unter­sucht ins­be­son­de­re auch im Hin­blick auf die nutz­ba­re Feld­ka­pa­zi­tät.
Im Bereich der Steil­bö­schung wur­den die Mate­ria­li­en in den unte­ren Lagen ver­dich­tet ein­ge­baut; im Bereich der übri­gen Flä­chen erfolg­te ein unver­dich­te­ter Ein­bau mit der Rau­pe. Die obers­te Lage der Rekul­ti­vie­rungs­schicht wur­de mit einer Rau­pe mit gerin­ger Boden­pres­sung ein­ge­baut. Zum Ero­si­ons­schutz wur­de eine Anspritz­be­grü­nung sowie in beson­ders gefähr­de­ten Flä­chen Ero­si­ons­schutz­mat­ten auf­ge­bracht. Die Bepflan­zung der Depo­nie erfolg­te mit Pio­nier­pflan­zen als Vor­wald.

Kos­ten:
Das Dich­tungs­sys­tem wur­den im Rah­men der Geneh­mi­gungs­pla­nung noch­mals geän­dert: Die Kos­ten­schät­zung aus dem Jahr 1996 für das ursprüng­li­che Dich­tungs­sys­tem Ben­to­nit­mat­te und KDB (ein­schließ­lich Ent­gasung) betrug 14,7 Mio. DM net­to (ent­spricht 7,5 Mio. € net­to). Nach der Geneh­mi­gungs­pla­nung im Jahr 1997 ergab die Kos­ten­be­rech­nung Kos­ten von 14,56 Mio DM net­to (ent­spricht 7,43 Mio. € net­to). Im Jahr 2002 erfolg­te eine Umpla­nung des Sys­tems auf Triso­plast; die Kos­ten­be­rech­nung ergab Kos­ten von 8,94 Mio. € net­to. Das Dich­tungs­sys­tem Triso­plast und KDB wur­de im Jahr 2004–2007 gebaut; die Kos­ten­fest­stel­lung betrug 5,4 Mio. € net­to ent­spre­chend 6,4 Mio. € brut­to. Der vor­ge­ge­be­ne Kos­ten­rah­men wur­de deut­lich unter­schrit­ten; ein Teil davon resul­tiert aus dem zusätz­li­chen Ein­bau von Pro­fi­lie­rungs­ma­te­ri­al mit Rück­ver­gü­tungs­prei­sen sowie aus dem äußerst güns­ti­gen Ange­bot der aus­füh­ren­den Bau­fir­ma. Die Kos­ten für das rei­ne Dich­tungs­sys­tem lie­gen bei 42 € brutto/m²; die Gesamt­kos­ten pro m² lie­gen bei 67 € brut­to. Fer­ner wur­de das Ent­gasungs­sys­tem durch 18 neue Gas­brun­nen und 5 Hori­zon­tal­kol­lek­to­ren in der Gas­drai­na­ge aus­ge­baut. Das anfal­len­de Gas wird im Rah­men eines Absaug­ver­su­ches am gesam­ten Sys­tem nach Abschluss der Maß­nah­me gefasst und in einer Hoch­tem­pe­ra­tur­fa­ckel ver­brannt. Nach Abschluss des Absaug­ver­su­ches wird die Depo­nie gemäß den Ergeb­nis­sen aus dem Absaug­ver­such wei­ter aktiv ent­gast.

Durch ICP ausgeführte Leistungen:

Durch­füh­rung aller Pla­nungs­leis­tun­gen nach HOAI (LP 1 bis LP 9), Durch­füh­rung der ört­li­chen Bau­lei­tung, Auf­stel­lung von Sicher­heits- und Gesund­heits­schutz­plan und Durch­füh­rung SiGe­Ko, Auf­stel­lung von Qua­li­täts­si­che­rungs­plan.
Neben die­sen Leis­tun­gen wur­den durch­ge­führt:
Ver­mes­sung der Depo­nie, regel­mä­ßi­ge Beob­ach­tung der Set­zungs­pe­gel, FID-Mes­sun­gen zur Prü­fung der Dich­tig­keit der Ober­flä­chen­ab­dich­tung, Durch­füh­rung der Kon­troll­über­wa­chung für die mine­ra­li­schen Bau­stof­fe (Pro­fi­lie­rungs­ma­te­ria­li­en, Gas­drain­schicht, Abdich­tungs­ma­te­ria­li­en (Triso­plast), Ober­flä­chen­drai­na­ge und Rekul­ti­vie­rungs­ma­te­ria­li­en
Pla­nung und Über­wa­chung der Aus­füh­rung eines PE-HD Sicker­was­ser­spei­cher­tanks von 100 m³
Bau­grund­un­ter­su­chung für Lage­rung des Sicker­was­ser­spei­cher­tanks
Aus­schrei­bung von Absaug­ver­such ein­schließ­lich Ver­ga­be und Über­wa­chung der Absau­gung
Durch­füh­rung von jähr­li­chen FID-Bege­hun­gen
Boden­kund­li­che Unter­su­chung zur Bewer­tung der Eig­nung der vom AG gestell­ten Rekul­ti­vie­rungs­ma­te­ria­li­en aus dem Rück­bau der Erd­de­po­nie Itters­bach
Durch­füh­rung der gesam­ten Rekul­ti­vie­rungs­pla­nung in Zusam­men­ar­beit mit dem Büro Mai­län­der Con­sult Karls­ru­he
Die Inge­nieur­leis­tun­gen wur­den in der Zone III unten nach HOAI ein­ge­stuft. Für die Lie­fe­rung von belas­te­ten Mate­ria­li­en mir Rück­ver­gü­tun­gen wur­den anre­chen­ba­re Kos­ten ver­ein­bart.