Kloser Irsee

Beschreibung des Projektes:

Für das his­to­ri­sche Klos­ter Irsee (Bay­ern, Land­kreis Ost­all­gäu) wur­de eine Flucht­trep­pen­an­la­ge mit einem Unter­ge­schoss in Mas­siv­bau­wei­se als Außen­an­bau an das mehr­ge­schos­si­ge Ate­lier­ge­bäu­de erstellt.

Die ICP Altus­ried wur­de mit der Bau­grund­un­ter­su­chung und der Erstel­lung eines Grün­dungs­kon­zep­tes beauf­tragt.

Die beson­de­re Her­aus­for­de­rung in die­sem Vor­ha­ben lag in den dif­fi­zi­len Bau­grund­ver­hält­nis­sen, für die der Ort Irsee und auch der Stand­ort des Klos­ters bekannt sind. Über einer im obe­ren Teil zu wei­chem Ton ent­fes­tig­te Ton­mer­gel-Abfol­ge des Ter­ti­ärs mit einer schräg abfal­len­den und Stau­was­ser-füh­ren­den Ero­si­ons-Ober­flä­che lie­gen quar­tä­re, gro­ßen­teils unkon­so­li­dier­te und was­ser­füh­ren­de Kalk­tuf­fe in bis zu mehr als 5 m Mäch­tig­keit. Die Kalk­tuf­fe sind stark set­zungs­wil­lig und hoch emp­find­lich gegen Grund­was­ser­schwan­kun­gen. Das Klos­ter­ge­bäu­de wur­de par­ti­ell auf die­sen kom­pres­si­blen Böden gegrün­det und zeigt bereits seit Jahr­zehn­ten wie­der­keh­ren­de Set­zungs­schä­den. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass die Set­zun­gen und Umla­ge­rungs­vor­gän­ge im Unter­grund trotz des über 200-jäh­ri­gen Bestehens des Gebäu­des (nach Wie­der­auf­bau im 18. Jh.) immer noch nicht abge­klun­gen sind.

Ein Anhän­gen der Trep­pen­an­la­ge an die bestehen­de Bau­sub­stanz mit Las­t­ab­trag über die bestehen­de Wand- und Fun­da­ment­kon­struk­ti­on schied aus sta­ti­schen und denk­mal­pfle­ge­ri­schen Grün­den aus. Das Bau­werk wur­de daher als frei­tra­gen­de Kon­struk­ti­on, die beweg­lich an die bestehen­de Bau­sub­stanz ange­hängt ist, erstellt. Dadurch sind Set­zungs­dif­fe­ren­zen bau­werks­ver­träg­lich.

Die Grün­dung erfolg­te über eine auf Klein­bohr­pfäh­le auf­ge­stell­te Boden­plat­te. Die Bohr­pfäh­le bin­den in den ter­tiä­ren-Ton­mer­gel mit halb­fest-fes­ter Kon­sis­tenz ein, der ab ca. 6 bis 7 m Tie­fe unter­halb der kom­pres­si­blen und zum Glei­ten nei­gen­den Deck­schich­ten ansteht.

Kloster Irsee

Bau­zeit: 2014

Durch ICP ausgeführte Leistungen:

Bau­grund­er­kun­dung mit­tels Klein­ramm­boh­run­gen, boden­me­cha­ni­sche Feld- und Labor­ver­su­che, Geo­tech­ni­scher Bericht mit Grün­dungs­kon­zep­ti­on, Anga­be der Bemes­sungs­wer­te für die Pfahl­grün­dung, bau­be­glei­ten­de Bera­tung.

Auf­trag­ge­ber: Schwä­bi­sches Bil­dungs­zen­trum Irsee, Klos­ter­ring 4, 87660 Irsee